Info: Bad Säckingen – Wie gesund sind die rund 800 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die die Rudolf-Eberle-Schule besuchen? Dieser Frage gingen Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamts und die Schulleitung auf den Grund.
Amtsärztin Birgit Petersen-Mirr übergibt die Umfrageergebnisse von der Gesundheitswoche an Schulleiter Hans-Peter Hess. Die Auswertung hat Gesundheitspädagogin Simone Weier vorgenommen (von links).
Bild: Vöckt
Hierfür haben sie das Pilotprojekt „Gesundheitswoche“ ins Leben gerufen. Bei dieser Aktion sollte der gesundheitliche Zustand aller Schüler vollständig überprüft werden. Laut Birgit Petersen-Mirr, Ärztin am Gesundheitsamt Waldshut, hatten sie jedoch den Aufwand unterschätzt: „Wir haben nicht mal die Hälfte geschafft. Wir haben 306 Schüler komplett untersucht und einige Lehrer.“ Schulleiter Hans-Peter Hess hält sie dennoch für lohnenswert und möchte sie regelmäßig durchführen. Auch eine Ausweitung auf andere Schulen hält er für sinnvoll.
Entstanden ist die Idee durch einen Erfahrungsaustausch über die ärztlichen Schulsprechstunden. Das Thema, das Petersen-Mirr am meisten unter den Nägeln brennt, ist die Masern-Impfung. „Die Masern breiten sich aus, obwohl sie es eigentlich nicht dürften“, ist ihre Beobachtung. Nach dem Infektionsschutzgesetz muss eine Masern-Ansteckung beim Gesundheitsamt gemeldet werden. Treten sie bei Schülern auf, muss die Schule nachprüfen, welche Lehrer und Schüler ausreichend geimpft sind und diejenigen, die keinen oder nur unvollständigen Impfschutz haben, beurlauben, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Eine vorsorgliche Impfpass-Kontrolle haben sich die Organisatoren laut Petersen-Mirr „sehr leicht vorgestellt“. Aber schon bei dieser Formalität habe es Probleme gegeben, da viele Schüler ihren Impfpass nicht selbst besäßen und die Eltern nach einer Trennung oft nicht mehr wüssten, wo er sich befindet. Ziel der Gesundheitswoche war es allerdings, ein breiteres Spektrum abzudecken. So wurden auch andere gesundheitliche Aspekte geprüft wie Über- und Untergewicht, Sehvermögen und Gehör. Gesundheitspädagogin Simone Weier hat für die Abklärung weiterer Faktoren einen Fragebogen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) modifiziert. „Damit prüft die WHO, wie die Gesundheit weltweit aussieht. Wir haben Fragen rausgenommen, da der Fragebogen sonst zu dick geworden wäre“, erklärt Weier. Abgefragt wurden Ernährungsgewohnheiten, Bewegung, Fernseh- und Computerkonsum, Suchtverhalten, Umgang mit und Verantwortung bei der Sexualität und Sozialverhalten wie Mobbing.