Info: Das Großarltal macht keinen großen Lärm um seine Erfolge. Es gibt schon mehr als 20 Vier-Sterne-Hotels. Die Auslastung übers Jahr steigt.
Beschneiung und Adventstimmung: Der Tourismus in Großarl bemüht sich um eine nicht zu laute Kombination in der stillsten Zeit. Bild: SN/TVB/WIRNSPERGER
In aller Stille geht eine von vielen unterschätzte Region konsequent ihren Weg: Das Großarltal entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Tourismusgebiete. Es setzt nicht nur auf skifahrende Gäste.
Das Großarltal wurde zum „Tal der vier Sterne“. Vor Kurzem hat mit dem Nesslerhof von Tina und Hermann Neudegger der 21. Vier-Sterne-Betrieb eröffnet. Mit 43 Zimmern, fünf Suiten, heimatverbundener Küche, 600 Quadratmeter großer Sonnenterrasse, Beauty- und Wellnessbereich. Im Frühling wird ein Naturschwimmteich hinzukommen.
Vor 20 Jahren, als Tourismusmanager Thomas Wirnsperger 21-jährig seinen Dienst antrat, gab es fünf Vier-Sterne-Häuser. Heute sind es in dieser Kategorie rund 1600 Betten (von insgesamt 5150). „Seit 1991 konnte die Zahl der Nächtigungen in Großarl und Hüttschlag von 360.000 auf 676.000 nahezu verdoppelt werden“, sagt Wirnsperger. Bei den Gästebetten gab es ein Plus von fast 40 Prozent. „Erfreulich ist vor allem, dass die Auslastung der Betriebe von seinerzeit durchschnittlich 100 Tagen pro Jahr auf 137 Vollbelegstage gesteigert werden konnte.“ In den Vier-Sterne-Häusern seien es sogar 255 Tage. Das Großarltal sei heute eine Ganzjahresdestination. Es profilierte sich als Wanderregion („Tal der Almen“) und belebte die „Saisonränder“ mit dem Bergadvent und der Ski-Ladywoche im Frühling. Der Bergadvent ging heuer schon ins fünfte Jahr. Die Zahl der Übernachtungen in der Vorweihnachtszeit konnte von 9700 auf 23.000 gesteigert werden. „20.000 Besucher bringen bei 15 Euro Durchschnittskonsumation rund 300.000 Euro Umsatz am Adventmarkt inklusive Adventsingen, -konzerte und Restaurants – ohne Nächtigung“, rechnet der Tourismusdirektor vor.
Die Großarler bauen auf ihre Stärken. Wirnsperger: „Wir machen bewusst kein Skiopening, haben das einmal überlegt. Aber da gab es Widerstand der Bevölkerung.“ Man habe auf die Meinung der Leute gehört. Die stillste Zeit des Jahres bleibt still. Der Wintersport, besonders Skifahren, ist selbstverständlich weiterhin im Mittelpunkt. Die künstliche Beschneiung wird ausgebaut, und auch die Pisten- und Liftkapazitäten sollen in einigen Jahren erweitert werden – zumal auch in Zukunft mit einem jährlichen Zuwachs von rund 100 Betten zu rechnen sei. Die beiden Gemeinden seien mit ihrem Talverbund, der Fusionierung der Tourismusverbände im Jahr 1997, Pioniere im Land.
Bei der Neuwahl im Verband Großartal wurde kürzlich ein Hüttschlager, Franz Zraunig (Hotel Almrösl), bestätigt. Sein Stellvertreter bleibt der Großarler Stefan Mooslechner vom Romantikhotel Neuwirt.
Tom Wirnsperger ist selbst Großarler. Sein Vater war aus dem Lungau zugezogen. Wenn ihm ein bisschen Freizeit zwischen Familie und Beruf bleibt, widmet sich der Tourismusmanager seinen Hobbys Musizieren und Fotografieren. Mit seinen Natur- und Landschaftsfotos hat er eine Ausstellung im Talmuseum des Nationalparkvereins Hüttschlag gestaltet.