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Kapellen: Wollen Erfahrungen der Bürger nutzen

Info: Beim Info-Abend zum Thema Verkehr definiert ein Experte Ziele und Handlungsfelder und bringt Ideen ein

Wohin mit den vielen Autos? Dieses Problem bot beim Informationsabend zum Thema Verkehr reichlich Stoff für Diskussionen. (Foto: Ray)
Von Roland Ray

LAUPHEIM Manches sattsam bekannte Verkehrsproblem in Laupheim harrt der Lösung. Derweil wächst die Stadt weiter, was die Planer vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Grund genug, mit neuen Konzepten der Blechlawine zu steuern und etwas für lärm- und abgasgeplagte Anwohner, für Radfahrer und Passanten zu tun. Mit einem Verkehrsentwicklungsplan wollen Gemeinderat und Verwaltung hier ansetzen. Fachleute haben die Situation untersucht. Am Donnerstag präsentierten sie in der Mensa Ergebnisse und leiteten Vorschläge daraus ab.
„Es gibt Erkenntnisse, aber noch keine Maßnahmen“, sagte Bürgermeister Rainer Kapellen. Bei der Entscheidung, was in Sachen Verkehr zu tun ist, wolle man auf die Erfahrungen der Bürger zurückgreifen.
Klaus-Dieter Steinbach von der Stuttgarter Ingenieur Gesellschaft Verkehr (IGV) nannte Ziele und Handlungsfelder einer künftigen Laupheimer Verkehrspolitik.

Erstens: Verkehr vermindern – Dazu sei es wichtig, die ÖPNV-Angebote, die Aufenthaltsqualität im Straßenraum und die Verkehrswege für Radler und Fußgänger zu verbessern.
Zweitens: Verkehr verlagern – Ein vierter B 30-Anschluss würde Bahnhof-, Ulmer und Biberacher Straße entlasten. Auch ein Ausbau des Tangentenkonzepts könnte helfen. Die Innenstadt gilt es von möglichst viel Durchgangsverkehr zu befreien. Für sensible Bereiche kämen restriktive ordnungspolitische oder bauliche Maßnahmen in Betracht.
Drittens: Verkehr steuern – Steinbach schlägt ein Parkleitsystem vor und eine Optimierung der Parkmöglichkeiten in der Innenstadt. Fahrbahnquerschnitte und Knotenpunkte müssten auch nach den Kriterien Sozialverträglichkeit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit dimensioniert werden.<
Als weitere Ziele nannte Steinbach ein Plus an Sicherheit und Gleichberechtigung für alle Verkehrsteilnehmer, eine attraktive Andienung von Händlern und Dienstleistern und einen optimierten Verkehrsablauf an Knotenpunkten.
Zu einigen Themen machte der Experte konkrete Vorschläge. Er betont, dass dies zunächst Ideen seien; die technische Machbarkeit und die Verkehrswirksamkeit wären noch im Detail zu untersuchen.
Optimierung der Radwege: beidseitiger Lückenschluss an der Ulmer Straße, Radwege in der Biberacher Straße, Angebotsstreifen in der Kapellen- und der Lange Straße, Verlagerung des Radverkehrs zu den Schulen auf Nebenstrecken.
Innenstadt: Neugestaltung des Straßenraums und reduziertes Tempo in der Kapellenstraße, Mini-Kreisverkehr am Knoten Marktplatz/Hasenstraße/Lange Straße; Neuordnung des Schulbusverkehrs in der Rabenstraße und Aufpflasterung bei den Schulen.
Tangenten: Steinbach brachte eine Südosttangente zwischen Walpertshofer Straße und Lange Straße oder Weihertalstraße ins Spiel.
Für ein Parkhaus seien derzeit Standorte an der Bronner Straße, Radstraße, Mittel- und Rabenstraße in der Diskussion.

  

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