Info: 10.12.2011 Ort: Bamberg Von: Jutta Behr-Groh
Berggebiet Die Kritik vieler Bamberger Bergstadt-Bewohner am geplanten Umzug der Musikschule nach St. Getreu hängt auch mit den Erfahrungen zusammen, die sie durch die Verlegung der Caritas-Altenpflegeschule an den Jakobsberg gemacht haben: Der fließende und ruhende Verkehr rund um die Wildensorger Straße hat deutlich zugenommen.
Nur an wenigen Stellen wie diesen ist die zugeparkte Wildensorger Straße breit genug, dass der Gegenverkehr ausweichen kann. Foto: Klaus Raupach
Wenn sich Klaus Raupach mit dem Auto rückwärts aus seinem Grundstück an der Wildensorger Straße in Bamberg tastet, hofft er immer auf ein bisschen Glück. Denn parkende Autos versperren ihm die Sicht auf den fließenden Verkehr. Das war nicht immer so. Aber seit geraumer Zeit ist die Wildensorger Straße ein "Parkplatz für Auszubildende aus ganz Oberfranken", wie er es formuliert. Verschärft hat sich die Situation seit Februar, als der Diözesan-Caritasverband seine Fachschule für Altenpflege aus der Schützenstraße in das Haus St. Elisabeth am Jakobsberg verlegt hat, wo schon die Fachakademie für Sozialpädagogik untergebracht ist.
Wie wird das erst, fragt der pensionierte Ingenieur, wenn die Musikschule nach St. Getreu und städtische Behörden ins ehemalige Kloster Michaelsberg kommen?
Weil es für die Besucherinnen und Besucher der beiden Caritas-Schulen am Jakobsberg keine Parkplätze gibt, stellen viele ihre Fahrzeuge irgendwo in der Nähe ab. Dem Rat, mit dem Stadtbus zu kommen, den die Schulträgerin auch auf ihrer Homepage im Internet gibt, scheinen die wenigsten zu folgen. Ein Grund mag sein, dass sie ihre Fahrzeuge tagsüber immer wieder 'mal brauchen. Etwa, um zum Sportunterricht in das Zentrum der Gehörlosensportler am Babenberger Ring zu gelangen, also im entgegen gesetzten Teil des Berggebiets.
Claus Reinhardt, Pressesprecher im städtischen Baureferat, kann, wie er sagt, die Sorgen und den Ärger von Bergstadt-Bewohnern nachvollziehen. Er nimmt aber die Stadt zugleich gegen die Vorwürfe in Schutz. Wie er betont, hat sich die Caritas verpflichtet, in Verbindung mit dem Umzug der Altenpflegeschule einen Buspendeldienst vom P+R-Platz an der Alten Würzburger Straße zum Jakobsberg zu schaffen. Ein entsprechender städtebaulicher Vertrag gelte nach wie vor und man sei in der Sache mit dem Verband im Gespräch.
Caritas-Sprecher Klaus-Stefan Krieger sieht die Sache etwas anders. Wie er betont, sei der Verband davon ausgegangen, dass man sich mit den Stadtwerken einigen kann und die Fachschüler das verbilligte Semesterticket des städtischen Verkehrsbetriebs bekommen. Das gehe aber angeblich nicht, weil die Fachschüler keine Studenten im strengen Sinn sind. "Durchaus verärgert" hat der Verband nun der Zeitung entnommen, dass man im Rathaus gleichwohl über ein eigenes Musikschul-Ticket nachdenkt. Da werde wohl mit zweierlei Maß gemessen, kritisiert Krieger.
Das finanzielle Risiko für einen Busverkehr auf eigene Kosten ist der Caritas wiederum zu hoch. Man müsste einen sechsstelligen Betrag investieren und es wäre laut Krieger nicht gewährleistet, dass sich die Situation am Jakobsberg entschärft. Der Schulträger könne schließlich seine Schülerinnen und Schüler nicht zwingen, den Bus zu nutzen.