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Hygiene in deutschen Kliniken scheitert am Geld

Info: Gefahrenquelle OP: Wenn ein Krankenhaus zu lax mit der Hygiene ist, können sich schnell gefährliche Keime ausbreiten. (FOTO: DPA)
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DRESDEN/DAPD. Das Hauptproblem der Krankenhaushygiene in Deutschland ist nach Ansicht des Chemnitzer Hygiene-Facharztes Siegwart Bigl ein finanzielles. Deutschland habe ein generelles Hygieneproblem, weil die Prioritäten im Gesundheitssystem falsch gesetzt würden, sagte Bigl im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd am Rande des Deutschen Hygienekongresses in Dresden.
Sachsen habe, wie vier weitere Bundesländer, seit 1998 ein eigenes Krankenhaushygienegesetz, erklärte Bigl, der dem Ausschuss Hygiene und Umweltmedizin der Sächsischen Landesärztekammer vorsitzt. Dies sehe etwa vor, dass jedes Krankenhaus mit über 400 Betten einen Hygiene-Facharzt haben solle. «Das ist aber leider nie umgesetzt worden», kritisierte Bigl. In Deutschland fehlten etwa 150 bis 200 Fachärzte für Hygiene, in Sachsen gebe es nur 15 Fachärzte, nicht einmal einen pro Landkreis. «Und die sollen die Krankenhäuser kontrollieren? Wie sollen die das machen?», fragte der Mediziner.

Die geringen Zahlen seien vor allem damit zu begründen, dass Hygiene-Fachärzte kaum mehr ausgebildet würden, sagte Bigl weiter. An vielen Universitäten, etwa in Dresden, Leipzig, Tübingen und Kiel, seien Institute aus finanziellen Gründen geschlossen worden.

Auch habe die Politik sich gescheut, das Bundesinfektionsschutzgesetz mit Geld zu unterlegen. Bei der Bekämpfung von multiresistenten Keimen etwa seien Untersuchungen der Patienten auf Keime schon vor einer Operation sinnvoll. In den Niederlanden, die als vorbildlich im Kampf gegen Krankenhauskeime gelten, werde das bei jedem Patienten gemacht. «Aber die Ärzte hier können es nicht durchführen, weil kein Geld dafür zur Verfügung gestellt wird», sagte Bigl. «Hygiene kostet Geld», betonte der Mediziner, «aber keine Hygiene kostet mehr Geld.»

In Deutschland erkranken Studien zufolge zwischen einer halben und einer Million Patienten jährlich an Krankenhausinfektionen. Laut dem Essener Medizinprofessor Walter Popp können diese pro Patient zu einem Minus von mehreren tausend Euro für das Krankenhaus führen, das bei einer Lungenentzündung etwa über 20.000 Euro liege.

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