Info: CDU und SPD: Große Parteien sparen am Wahlkampf
Kiel – Fünf Monate vor der Wahl feilen die Politiker in Kiel am Werbeauftritt. Die Grünen setzen auf Inhalte. Die Linken wollen mit Motto-Kampagnen punkten. Die FDP berät ihre Strategie erst im Januar.
32 Monate nach der letzten Landtagswahl werden die Schleswig-Holsteiner am 6. Mai 2012 wieder an die Urnen gerufen. Auch wenn es bis zur Stimmabgabe noch gut fünf Monate hin ist, haben die Vorbereitungen für den Wahlkampf in den Kieler Parteizentralen längst begonnen.
Ob CDU oder SPD, Grüne oder Linke – bei allen wird aufgerüstet. Vor allem personell. Jeweils fünf zusätzliche Arbeitskräfte sind es bei den beiden großen Parteien, die den Wahlkampf anheizen sollen. Finanziell geben sich Union und Sozialdemokraten diesmal allerdings bescheidener. „Wir haben 800 000 Euro im Etat, bei der letzten Wahl waren es noch gut eine Million Euro Budget gewesen“, berichtet Frederike Thurm vom CDU- Landesverband. Auch die Konkurrenz von der SPD will weniger Geld für Wahlwerbung ausgeben. „2005 hatten wir noch einen Etat von 1,5 Millionen Euro, 2009 lag er noch bei einer Million Euro. Für die Landtagswahl 2012 kalkulieren wir mit 800 000 Euro“, sagt Amin Hamadmad vom SPD-Landesverband. Hauptgrund für die abgespeckten Werbeetats seien rückläufige Einnahmen durch sinkende Mitgliederzahlen. Das Leid der einen scheint das Glück der anderen zu sein: Grüne und Linke zumindest wollen im Ringen um Stimmen auch 2012 wie zuletzt 300 000 Euro investieren.
Aber wie wollen sich die Parteien denn optisch auf Plakaten präsentieren? Bei der CDU ist das Thema noch streng geheim. „Im Januar werden wir unsere Wahlposter vorstellen“, kündigt Sprecherin Frederike Thurm an. An diesem Wochenende tagt die Wahlkampf- Kommission in Segeberg, um der Kampagne den letzten Schliff zu verleihen. Auch bei der SPD stehen noch Entscheidungen aus, welche „grafische Linie“ die Kampagne haben soll. Hamadmad: „Fest steht bislang nur, dass wir mit mehreren Slogans und Themen auftreten werden.“ Bei den Linken steht zumindest schon einmal das Motto: Je stärker ,Die Linke’, desto sozialer das Land! „Plakatentwürfe haben wir allerdings noch nicht“, verrät Sprecherin Jannine Menger-Hamilton.
Die Grünen haben eine Werbeagentur mit ihrer Wahlwerbung beauftragt. Erste Entwürfe gibt es schon. Allerdings ist die Partei sehr anspruchsvoll. „Obwohl wir erstmals mit einem Spitzenkandidaten antreten, werden wir bei unseren Wahlplakaten eindeutig auf Inhalte und weniger auf Personen setzen“, kündigt die Landesvorsitzende Eka von Kalben an. Allein die Wahlkampf-Strategen der FDP stehen noch ganz am Anfang. Am kommenden Montag konstituiert sich zunächst der erst vor zwei Wochen neu gewählte Landesvorstand. Auf einer Klausurtagung im Januar soll dann über Werbeetat und -strategie beraten werden.
Einig sind sich aber jetzt schon alle, einen fairen Wahlkampf führen zu wollen. Grünen-Chefin Eka von Kalben: „Nach so viel Schmutz und Zwist brauchen wir ein neues politisches Wahlkampfklima.“