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Gottschalk geht - einfach so

Info: Friedrichshafen. Ein Jahr nach dem schweren Unfall von Samuel Koch verabschiedet sich Moderator Thomas Gottschalk von "Wetten, dass. . ?". Seine letzte Sendung ist beste Unterhaltung und kommt ohne Pathos aus.
Nur einer war am Samstagabend noch größer: Basketballstar Dirk Nowitzki (2,13 Meter, Schuhgröße 51) überragt Thomas Gottschalk um gut 20 Zentimeter. Doch erwartungsgemäß war Deutschlands "Show-Titan" Gottschalk in seiner letzten "Wetten, dass. . ?"-Sendung natürlich doch der Größte. Minutenlang Standing Ovations vom Publikum in der Friedrichshafener Messehalle, Lichtbänder mit "Danke, Thomas!" und zuvor in der Sendung schon Küsschen und Geschenke von Stars wie Meat Loaf und Iris Berben.
Während Thomas Gottschalk, der sich am Tag zuvor "einen Abschied ohne Tränen" gewünscht hatte, sich gewohnt locker und schlagfertig durch die Sendung quatschte ("Berlusconi ist weg, Gaddafi ist weg, ich bin der letzte Clown. . ."), erlebte das Publikum Co-Moderatorin Michelle Hunziker - in einem goldfarbenen, leicht durchsichtigen Kleid - sichtlich nervös und gerührt. Es gelang ihr kaum, eine Torte anzuschneiden, was Gottschalk zu der Bemerkung veranlasste "mach hier nicht auf Hausfrau, das wird eh nichts".
Weil der gebürtige Bamberger bereits 150-mal "Wetten, dass. . ?" moderiert hat, gab es in seiner 151. Sendung natürlich auch Rückblicke - etwa auf die zehn beliebtesten Wetten: von schmatzenden Kühen über ein Wettschlabbern zwischen Mensch und Hund bis zu Musiktitel zuckenden, männlichen Brustmuskeln. Auf Platz zwei schaffte es der blinde Achim Kustermann aus Amstetten, der als Siebenjähriger Telefonnummern am Wählgeräusch erkannt hatte. Mittlerweile ist er 14 und ein gutaussehender Junge, der mit schwäbischer Schlagfertigkeit die Sympathie der Zuschauer und des Moderators gewann.
In solchen Momenten, wenn der 61-jährige Gottschalk sein jungenhaftes Lächeln zeigt, wird sichtbar: Hier hat einer tatsächlich Spaß an dem, was er macht.
Auch die Wetten am Samstag passten: Ulrich Rabe-Heise erkannte WC-Modelle am Spülgeräusch, was Gottschalk zu der Frage an Dirk Nowitzki veranlasste: "Pinkelst du eigentlich im Stehen? Und - triffst du?" Gottschalk-Fan Nadine Schommer konnte die eigenwilligen Outfits des Showmasters der jeweiligen Sendung zuordnen, der 15-jährige Robin Antonak löschte 120 Teelichter mit der Zunge und Anka Lindner trat erfolgreich im Basketball-Golfen an. Das Zeug zum Wettsieger hatte der Kandidat der Außenwette, die von Olli Dittrich in 2600 Metern Höhe moderiert wurde: Andreas Brewi (26) fuhr mit seinem Mountainbike schneller einen 1300 Meter langen Parcours herunter als der Olympiasieger im Snowboarden Gian Simmen.
Doch das Publikum kürte den Studenten Daniel Langemeyer (21) zum Wettkönig, der sich mit seinen 49 Turnkollegen und -kolleginnen per Salto auf einen zwei Quadratmeter großen Tisch katapultierte.
In seiner Abschiedssendung gelang es Gottschalk, Wettkandidaten und Stargäste in eine Balance zu bringen. Auf dem Sofa nahmen neben Sportler Nowitzki Schauspieler Til Schweiger und Hollywood-Kollegin Jessica Biel, Mehrfach-Wettpatin Iris Berben und Modeschöpfer Karl Lagerfeld Platz. Gottschalks Freund Günther Jauch spielte gekonnt den etwas trockenen Gegenpart, mit dem Gott "Schalk" seine Späße trieb.
Machtlos war der Moderator gegen den Rockstar Meat Loaf, als der ihm einen dicken Schmatz aufdrückte. Und Sänger Lenny Kravitz stieg sogar aufs Sofa, um mit Dirk Nowitzki auf Augenhöhe zu sein.
Es war ein unterhaltsamer Abend bei Freunden. So sollte sie sein, die Samstagabend-Familienshow, jedenfalls wünschte sich das Thomas Gottschalk immer. Nach gut drei Stunden Party war Schluss. Nicht mal den Überziehungsrekord von 73 Minuten hat er eingestellt. Gottschalk geht - einfach so.



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