Info: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund erklärte, die Gespräche mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) seien gescheitert. In der Tarifrunde für die rund 45 000 Ärzte an den kommunalen Kliniken stehen die Zeichen nun auf Streik. Die große Tarifkommission beschloss, dass die Mitglieder zur Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen aufgerufen werden sollen.
In der Tarifrunde für die rund 45 000 Ärzte an den kommunalen Kliniken stehen die Zeichen auf Streik. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund erklärte die Gespräche mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am Freitag in Berlin für gescheitert. Die große Tarifkommission beschloss, die Mitglieder zur Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen aufzurufen. Diese soll zwischen dem 9. Dezember und dem 9. Januar stattfinden. Bei einem positiven Votum müssten sich die Krankenhäuser der Städte und Landkreise ab dem 26. Januar auf Arbeitsniederlegungen einstellen, teilte die Ärztevereinigung mit. Die Arbeitgeber bräuchten offenbar „zusätzliche Impulse, um in Bewegung zu kommen“, sagte Gewerkschaftschef Rudolf Henke.
Henke gab der VKA die Schuld für die Eskalation: „Die kommunalen Arbeitgeber haben mit ihrem Angebot mehr als deutlich signalisiert, dass sie kein Interesse an einer raschen Kompromisslösung haben.“ In vier Verhandlungsrunden hätten sie keinerlei Bewegung erkennen lassen. Es sei an der Zeit, die VKA mit wirkungsvollen Maßnahmen zu einem wesentlich besseren Angebot zu bringen.
Die Verhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der VKA waren am 22. November unterbrochen worden. Die Gewerkschaft fordert für die Mediziner sechs Prozent mehr Lohn und weniger Bereitschaftsdienste. Die VKA moniert, der Forderungskatalog summiere sich insgesamt auf ein Gehaltsplus von 9,5 Prozent. Dies sei nicht bezahlbar.