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Caritas hilft Flüchtlingen bei der Jobsuche

Info: Westbayerisches Netzwerk berät Arbeitgeber
Die unterfränkische Caritas hat sich einem westbayerischen Netzwerk mit Sitz in Augsburg angeschlossen, das Flüchtlingen bei der Jobsuche hilft. Dafür investiert sie laut Thomas Kipple, verantwortlich für die Allgemeinen Sozialberatung des Wohlfahrtsverbandes, binnen drei Jahren rund 100 000 Euro.

Flüchtlinge, die in einer Gemeinschaftsunterkunft leben, müssen in Bayern mit einem monatlichen Taschengeld von 40 Euro auskommen. Kipple sagt, von den Bedrückungen, die sie auszustehen haben, sei die Schlimmste, nicht selbst für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können.

Wer in Deutschland Asyl sucht, darf ein Jahr lang nicht arbeiten. Nach einem Jahr Aufenthalt im Land darf er arbeiten, aber nur, wenn kein EU–Bürger seinen Job haben will. Gleichberechtigt mit EU-Bürgern ist er, wenn er länger als drei Jahre im Land ist. Er hat allerdings keinen sicheren Aufenthaltsstatus und muss ständig mit der Abschiebung rechnen. In Bayern darf er erst privat wohnen, wenn nach dem Abschluss des ersten Asylverfahrens vier Jahre vergangen sind. Wer länger als sechs Jahre hier ist, bekommt einen Aufenthaltsstatus für zwei Jahre, vorausgesetzt, er ist unabhängig von sozialen Leistungen. Reiner Erben, im westbayerischen Netzwerk als Flüchtlingshelfer zuständig für die Koordination, spricht von vielen Hürden, die zu überwinden sind, bis ein Flüchtling Arbeit hat.

Das Netzwerk ist eine Allianz mit Mitgliedern, die man auf diesem Feld nicht unbedingt vermutet: Die Handwerkskammer für Schwaben gehört ebenso dazu wie die Arbeitsagentur. Dazu kommen Vereine und Verbände wie die Volkshochschule Augsburg oder das Diakonische Werk Ingolstadt. Die finanzielle Ausstattung kommt vom Bund und vom Europäischen Sozialfonds (ESF). Der Bund steckt für einen Zeitraum von drei Jahren 17 Millionen Euro in das Programm „Xenos – Integration und Vielfalt“, die EU 28 Millionen. Zehn Prozent müssen die Mitglieder selbst aufbringen. 1,9 Millionen Euro stehen dem Netzwerk Westbayern bis Ende 2013 zur Verfügung.

Zwischen dem Flüchtling und dem Job stehen Sprachprobleme, der unsichere Aufenthaltsstatus, fehlende Qualifikationen und ein juristischer Dschungel, der für Arbeitgeber in der Regel nicht durchschaubar ist. Da setze das Netzwerk an, berichten Erben und Kipple: mit Qualifizierungsmaßnahmen und der Beratung der Unternehmen in den rechtlichen Fragen. Damit das in Unterfranken klappt, will die Caritas weitere Partner fürs Netzwerk gewinnen. Antonino Pecoraro, der sich in der Würzburger GU um jobsuchende Flüchtlinge kümmert, berichtet von ersten Gesprächen mit der hiesigen Handwerkskammer und der Arbeitsagentur Würzburg.

Die Netzwerker werben: Jeder Flüchtling, der arbeite, benötige keine Sozialleistungen mehr. Arbeitskräfte seien gesucht, viele Flüchtlinge seien hoch qualifizierte Leute.

Erben zufolge hat das Netzwerk Westbayern in den Jahren 2007 bis 2010 rund 6000 Flüchtlingen einen Job vermittelt. Über die Qualität und Dauer der Arbeitsverhältnisse kann er allerdings nichts sagen. Er sagt, es gehe um „einigermaßen würdevolle Arbeitsverhältnisse mit einigermaßen würdevollem Verdienst“.

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