Info: Erfurt. Das Thüringer Neonazi-Trio hat nach einem Zeitungsbericht vor seinem Abtauchen ein antisemitisches Monopoly-Spiel entworfen und herstellen lassen. Der Erlös aus dem Verkauf in der Neonazi-Szene sollte dem Lebensunterhalt der Terroristen in der Illegalität dienen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, die sich dabei auf den Thüringer Verfassungsschutz beruft.
Die Einnahmen seien aber nicht angekommen, da ein Gesinnungsgenosse aus der Kameradschaft Jena sie nicht weitergeleitet habe. Der Verfassungsschutz habe das Spiel später erwerben lassen, um Informationen über die 1998 Untergetauchten zu bekommen.
Die mutmaßlichen Terroristen sollen sich in Telefonaten beschwert haben, dass kein Geld ankam. Als Verkäufer des Spiels gilt demnach der bislang nicht festgenommene Andre K., einer der engsten Vertrauten des Trios aus der Kameradschaft Jena.
Dem Bericht zufolge soll besonders die inhaftierte Überlebende des Trios, Beate Zschäpe, das mit nationalsozialistischen Symbolen gespickte Spiel gespielt haben. Der Verfassungsschutz habe es später als Anschauungsmaterial für rechtsextreme Propaganda verwendet. Eine Bestätigung der Behörde war am Samstag zunächst nicht zu erhalten.